Nachruf Jost Auler

Geb.: 23. April 1958 in Düsseldorf

Gest.: 09. August 2026 in Stürzelberg

Hinweis: Jost Zwillingsschwester Corinna trifft sich mit Freunden und Wegbegleitern von Jost am Samstag, 12.09.2026 um 13.00 Uhr zu einer kleinen Trauerfeier am Grab auf dem Heidefriedhof Zons, (Dormagen), Treffpunkt ist am Eingang des Friedhofs.

Dormagen trauert um Jost Auler, der am 9. August 2026 nach schwerer Krankheit im Alter von 68 Jahren verstorben ist. Mit ihm verliert die Stadt einen außergewöhnlich engagierten Archäologen, Historiker, Museumspädagogen und Autor, dessen Wirken weit über Dormagen hinaus Bedeutung hatte.

 

Schon früh zeigte sich Aulers Leidenschaft für historische Zusammenhänge. Nach dem Abitur am Städtischen Gymnasium Dormagen (1968–1977) studierte er an der Universität zu Köln Ur- und Frühgeschichte, Anglo-Amerikanische Geschichte sowie Mittlere und Neue Geschichte und schloss mit dem Magister Artium ab. Seine wissenschaftliche Laufbahn führte ihn zu Grabungen in West- und Ostdeutschland, der Schweiz, den Niederlanden und Polen.

Als wissenschaftlicher Mitarbeiter arbeitete er u.a. an der Akademie der Wissenschaften und Literatur Mainz, am Landesamt für archäologische Denkmalpflege Sachsen-Anhalt, in Mecklenburg-Vorpommern und beim Landkreis Leer. Seine Expertise reichte von prähistorischen Bronzefunden bis zur Bodendenkmalpflege – stets mit einem besonderen Blick für regionale Geschichte.

In den 1990er Jahren war Jost Auler mehrere Jahre Vorsitzender des Geschichtsvereins Dormagen. Er prägte die Vereinsarbeit durch neue Impulse, wissenschaftliche Präzision und eine lebendige Vermittlung regionaler Geschichte.

 

Besonders hervorzuheben ist seine Ausstellung „Grenzen – Fluren – Wasserläufe. Historische Kartenwerke aus dem Raum Dormagen“ (1991) für das Stadtarchiv Dormagen; ein Projekt, das erstmals die historische Kartographie der Region umfassend sichtbar machte.

 

Auch das Kreisarchiv Zons konnte immer wieder auf seine Expertise zählen: In der Reihe „Geschichte im Gewölbekeller“ begeisterte er mit fundierten, anschaulichen Vorträgen ein treues Publikum.

 

Seit 2000 arbeitete Auler als freier Archäologe, Historiker, Journalist und Schriftsteller. Er veröffentlichte zahlreiche Beiträge und Bücher, darunter die vielbeachtete Trilogie „Richtstättenarchäologie“ (2008, 2010, 2012). Seine Forschungen fanden überregionale Aufmerksamkeit, sogar DER SPIEGEL berichtete 2013 über seine Arbeiten.

 

Mit seinem eigenen archaeotopos-Buchverlag (2004–2016) schuf er eine Plattform für archäologische und historische Publikationen, Fotokalender und Postkarten, die weit über Dormagen hinaus Verbreitung fanden.

 

Seit 2016 war Jost Auler als freier Museumspädagoge am Clemens-Sels-Museum Neuss tätig. Dort verstand er es, Besucherinnen und Besucher jeden Alters für Geschichte zu begeistern – mit Humor, Fachwissen und einer unverwechselbaren Art, historische Zusammenhänge lebendig werden zu lassen.

 

Neben seiner wissenschaftlichen Arbeit war Auler auch Jäger (Jägerprüfung 2002) und leidenschaftlicher Naturfreund. Als Vater zweier Töchter war ihm Familie ebenso wichtig wie Forschung und Vermittlung.

 

Mit Jost Auler verliert Dormagen eine prägende Stimme der regionalen Geschichts- und Archäologieforschung. Sein Engagement, seine Publikationen und seine unermüdliche Vermittlungsarbeit werden weit über seinen Tod hinaus nachwirken.

 

Der Geschichtsverein Dormagen, das Kreisarchiv Zons, zahlreiche Kolleginnen und Kollegen sowie viele Menschen, die seine Vorträge und Bücher schätzten, behalten ihn in dankbarer Erinnerung.

 

Sein Wirken bleibt. Seine Stimme wird fehlen.

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